unter immunologischen Gesichtspunkten
Die moderne Zahnmedizin ermöglicht heute oft noch die Erhaltung von zerstörten Zähnen, die früher sicherlich „der Zange“ zum Opfer gefallen wären. Durch Wurzelkanalaufbereitungen, -säuberungen und -füllungen bleiben diese Zähne funktionstüchtig im Kiefer. Immunologisch stellen sie jedoch ein mehrfaches Gesundheitshindernis für die Selbststeuerung des Organismus dar.
Die toxische Belastung durch Leichengifte
Das Kanalsystem der Zähne ist sehr variabel, sehr verzweigt und überraschend voluminös (Abb. 1). In der Regel können nur die Hauptkanäle aufgespürt und gesäubert werden, was zur Folge hat, dass selbst bei exaktesten Wurzelfüllungen nur vielleicht bis zu 50-60 % des Kanalsystems gesäubert und abgefüllt werden können. Das verbleibende Restgewebe verbleibt im Zahn, zersetzt sich und wird über Polypeptide zu (Methyl-) Merkaptan, Polyamine, Butrescin, Cadaverin etc. abgebaut. Es handelt sich hierbei um neurotoxisch und degenerativ wirkende „Leichengifte“ die relativ leicht vom Zahn (= Depot) in den Organismus gelangen und über Jahrzehnte in Minidosen das Immun- und Regulationssystem des Organismus belasten können. Ein nervtoter Zahn ist somit ein toxikologisches Depot und damit ein gesundheitliches Dauerproblem.
Die Mehrfachbelastung aus den Wurzelfüllmaterialien
Ist ein Wurzelkanal so gut als möglich gesäubert, desinfiziert und getrocknet, wird er mit Wurzelfüllmaterialien abgefüllt. Als „golden standard“ werden Wurzelfüllungen mit Guttapercha beschrieben. Die daraus resultierende Materialbelastung ist die chemische Belastung aus Inhaltsstoffen wie beispielsweise Polyisoprene, Cadmium- und Nickelfarbstoffe sowie chemischen Verunreinigungen. Eine Kreuzallergie zu Kolophoniumwird vermutet.
Am häufigsten angewendet werden die sog. Sealersysteme. Die Zusätze der verschiedenen Pasten sind dabei mannigfaltig. Neben den üblichen Füllstoffen wie Zinkoxid, Eugenol (= synthetisches Nelkenöl), Epoxidharzen etc. sind in den meisten Fällen Konservierungsstoffe wie Dexamethason, Tetrajodthymol, Trioxymethylen, Formaldehyd, Paraformaldehyd, Jodoform, Perubalsam etc. eingearbeitet, vielfach auch Sulfonamide, Antibiotika- und Cortisonzusätze, um eventuelle schmerzhafte Reaktionen zu unterdrücken. Auch Sporen des Schimmelpilzes Aspergillus mit seiner allergenen und vor allem hochtoxischen Wirkung sind in wurzelgefüllten Zähnen schon nachgewiesen worden.
In der Regel sind Sealer zytotoxisch, gewebsreizend und in vielen Fällen auch höchst allergen.
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